Wie gefährlich es ist im offenen Meer zu schwimmen

22.04.2022

Im offenen Meer zu schwimmen ist sehr gefährlich und wird viel zu oft unterschätzt.
Auch ich habe es das ein oder andere Mal schon unterschätzt und möchte mit diesem Beitrag darauf aufmerksam machen, das man lieber doppelt und dreifach überlegt, bevor man einfach so im offenen Meer schwimmt.

Ich weiß selbst manchmal ist es einfach cooler, Ausflüge auf eigene Faust zu machen ohne Touris ohne Guide usw. – ich selbst liebe diese Abenteuer ja auch. Dennoch wurde mir bereits zweimal aufgezeigt, wie gefährlich es sein kann im  offenen Meer zu schwimmen. Denn die Kraft des Meeres, des Wassers wird viel zu oft unterschätzt.

Meine Erlebnisse, die euch hoffentlich zum Nachdenken anregen, bevor ihr du im offenen Meer schwimmst.

Unfall im offenen Meer

Während meines Urlaubes im Dana Beach Resort in Hurghada (Ägypten) hatte ich einen doofen Unfall im offenen Meer.
Ich habe das Wasser und die Kraft dahinter vollkommen unterschätzt und mich als gute Schwimmerin eingeschätzt.
Im Urlaub, gerade in Ägypten wollte ich Schnorcheln gehen und  die vielen schönen bunten Fische anschauen. Vor allem war es weder mein erster Urlaub in Ägypten noch mein erster Schnorcheltrip, aber dennoch hatte ich einen Unfall.
Ich begab mich zum Steg des Hotels, von dem aus ich ins Wasser wollte.
Von oben sah alles top aus, ok der Wellengang war schon etwas krass aber ich als Schwimmerin:-) von wegen. Aber dazu gleich mehr.
Also zog ich meine Schnorchelausrüstung an, stieg die Treppe zum Meer hinunter und machte die Taucherbrille nass. Als ich fertig angezogen war sprang ich ins Wasser. Schnell bemerkte ich, dass die Sicht von hier unten aus anders war. Ich wusste gar nicht mehr genau wo und wie groß die Riffe waren.
Naja ich wollte mir jetzt auch nichts anmerken lassen und schwamm einfach los. Schnell fand ich das erste Riff und schwamm drum herum, beobachtete viele bunte Fische. Plötzlich verlor ich aber die Orientierung und steckte meinen Kopf aus dem Wasser, um zu checken, wie weit ich vom Steg weg bin. Schneller als man denkt, ist man im offenen Meer.

Plötzlich überkam mich eine Welle und schleuderte mich über das Riff. Das ging in dem Moment so schnell, dass ich einfach automatisch und wahrscheinlich aus Reflex meine Hände abstützen wollte und auch noch voll in einen Seeigel packe.
In dem Moment habe ich allerdings nichts gemerkt, keine Schmerzen nichts.

Ich war dann quasi auf dem Riff, Touristen guckten schon (richtig peinlich) und ließ mich mit den Wellen Richtung Steg gleiten und legte mich flach aufs Wasser um das Riff, mich und meinen Körper zu schützen.

Endlich am Steg angekommen, waren alle irgendwie mehr in Panik als ich selbst. Vor allem mein Mann, der mir mit seinen Augen mehr Angst machte:-) Wahrscheinlich weil er nicht so gut Blut sehen kann, und mein ganzer Oberschenkel aber voll war:-)

Ich bin mit dem Oberschenkel auf und über das Riff geprallt und hatte dementsprechend überall Schnittwunden und Schürpfwunden. Als ich mich wie gesagt, mit den Händen versucht hatte zu schützen griff ich auch noch volle Kanne in einen Seeigel. Dementprechend hatte ich überall Stacheln in der Hand.

Bloginhaberin mit Verletzung an den Oberschenkeln aus dem offenen Meer
Verletzung aus dem offenen Meer

Erste Hilfe und der Arztbesuch

Der Guide am Steg vom Hotel, rannte umgehend los und holte einen Erste Hilfe Koffer von der Tauchschule.
Er tupfte mir das Blut ab und cremte anschließend eine Tinktur auf die offenen Stellen. Er war sehr nett und rat mir dann mich einmal abzuduschen und danach zum Hotelarzt zu gehen. Er hatte ihn bereits angerufen und mich angekündigt.

Beim Arzt hatte ich Glück, es waren keine weiteren Patienten dort und ich kam sofort dran.
Mein Oberschenkel beeindruckte ihn gar nicht, das sei schnell erledigt und es bleiben nur ein paar Narben. Mein Mann munterte mich wieder auf und sagte das ist so weit oben, das sieht man gar nicht, wenn du ein Hochzeitskleid an hast und wir teilen einen Erinnerung wie idiotisch du warst alleine ins offene Meer zu gehen und zu denken bist die beste Schwimmerin der Welt:-) Ok damit konnte ich also leben und musste auch lachen.

Das Bein wurde dann eingecremt, keine Ahnung womit:-) ich musste dem Englisch sprechenden Arzt da Vertrauen.
Dann ging es an die Hand. Da war er nicht mehr so locker, er sagte das seinen alles Stacheln von einem Seeigel die ganzen kleinen Punkte und die müssen raus bevor sie sich entzünden. Das hat mir nicht gefallen.
Er sagte dann, entweder mit oder ohne Betäubung?!
Gleichzeitig sagte er, die Betäubungsspritze müsse er mir zwischen die Finger setzten.
Ok, dachte ich: wir machen den Scheiß ohne ne Betäubung.
Tapfer wie ich bin, biss ich die Zähne zusammen und versuchte ruhig liegen zu bleiben, während der Arzt mit einer Nadel immer wieder in meine Hand stich und unter die Haut ging, um die Stacheln rauszuholen. Das war aber gar nicht so einfach, da diese Stacheln sehr sehr dünn sind und oftmals abbrechen. Also man kann sich vorstellen, die Sache hat einige Zeit in Anspruch genommen, denn ich hatte viele Stacheln in meiner Hand.
Aber wir haben alle rausbekommen.

Frau mit Verletzung an den Oberschenkeln aus dem offenen Meer
Frau mit Verletzung an der Hand aus dem offenen Meer
Verletzung Oberschenkel aus dem offenen Meer

Kein Unfall aber Leichtsinnigkeit im offenen Meer

Als ich mit meiner Freundin einen Monat in Thailand war, haben wir uns  auf der Insel Koh Tao ein Kanu ausgeliehen.
Zur Info: Keiner von uns konnte Kanu fahren:-)
Damit fängt die Leichtsinnigkeit ja schonmal an.
Aber nun ja; der sogenannte Vermieter, war ein Typ mit Dreads Looks, zugekifft und ultra Lustig. Allerdings interessierte ihn nichts; weder aus welchem Hotel wir sind noch unsere Namen oder ob wir ne Schwimmweste brauchten – einfach nicht.

Im Nachhinein wie gesagt echt leichtsinnig, aber in dem Moment war es uns total egal.

Wir schoben unser kleines Kanu (für 2 Personen) ins Meer, setzten uns rein und paddelten los. Es klappte zu anfangs gar nicht so toll, aber irgendwann haben wir dann den Dreh rausgehabt und paddelten zu unserem Ziel.
Das Ziel war eine Hai Bucht.
Als wir nach einer Stunde anstrengenden Paddeln im offenen Meer endlich bei den Haien angekommen sind, waren wir fasziniert. Was eine unfassbar schöne Bucht es ist und wie viele Haiflossen man außerhalb des Wassers sehen konnte.
Diese Bucht wird auch von vielen Touristenbooten angesteuert und ist ein sehr beliebter Ausflug auf der Insel Koh Tao. Heute denk ich mir, hätten wir den auch mal lieber als Ausflug gebucht, anstatt uns alleine auf den Weg zu machen und alleine im offenen Meer rumzupaddeln.
Der Hinweg ging ja noch:-) aber der Rückweg war nicht so gut.
Naja erstmal verbrachten wir einige Zeit in der Bucht und sind zu den Schwarzspitzen-Riffhaien ins Wasser gegangen um mit ihnen zu Schwimmen. Es waren Schwarzspitzen-Riffhaien, die eigentlich ganz nett sind und keinen was tun. Trotzdem würde ich es keinen raten, einfach so unbedacht ohne Guide zu Haien ins Wasser zu steigen…fragt mich nicht was uns da geritten hat:-)
Nach dem Schnorcheln streckte ich meinen Kopf aus dem Wasser und sah, dass alle Touriboote weg waren, das Wetter umgeschlagen ist und meine Freundin nicht zu sehen war. Ich hatte nur noch das Kanu an meiner Hand; ums Handgelenk befestigt und während des Schwimmens im offenen Meer immer mitgezogen.
Ich tauchte ein paarmal unter, um meine Freundin zu suchen. Hatte sie dann aber auch schnell entdeckt und ihr ein Zeichen gegeben, dass sie bitte schnell nach oben schwimmen soll.
Als wir dann beide oben waren, und sahen, dass alle Boote weg waren und das Wetter immer schlechter wurde, wollten wir natürlich so schnell wie möglich zurück.
Wieder ins Kanu kommen, erwies sich gar nicht so einfach, ständig kippte es um. Dabei verloren wir die geliehene Schnorchel Ausrüstung im offenen Meer – aber das war uns in dem Moment einfach nur noch egal.
Als wir es endlich schafften und beide im Kanu saßen, paddelten wir schnell zurück. Das Wetter wurde immer schlechter und die Wellen immer höher, das Meer immer rauer. Bisschen wie in einem Horrorfilm – zwei Frauen allein bei Unwetter im Kanu im offenen Meer.

Ich denke ein bisschen Angst hatten wir in dem Moment schon.

Nach einer mega anstrengenden und langen Kanufahrt, kamen wir endlich wieder an dem Strand an, wo wir das Kanu geliehen hatten. Der sogenannte Vermieter fragte nicht mal, wie es uns geht oder wo seine Schnorchel Ausrüstung ist oder sonstiges.

Ich sage das nur, weil wenn uns auf dem offenen Meer etwas zugestoßen wäre, hätte keiner nach uns gesucht, keiner hätte gewusst, wo wir wären! Deswegen bitte bitte falls ihr einen Trip auf eigene Gefahr macht, gebt im Hotel Bescheid. Gebt per Handy vorher euren Eltern, Freunden, Bekannten Bescheid.

Dazu gibt es keine Fotos, da wir auf diesen Ausflug keinen Handys mithatten. Nur von der Insel wo man sieht wie viele Steine diese Insel beherbergt, hatte ich noch ein Foto.  Mitten im offenen Meer, sind die Steine noch größer und als die Wellen so hoch waren, hatte wir echt Angst das wir gleich mit unserem kleinen Kanu dagegen knallen würden.

im offenen Meer zu schwimmen
im offenen Meer zu schwimmen
Koh Tao

Abschluss

Du siehst, wie gefährlich das Wasser, das offene Meer ist; wie stark Wellen sein können. Du kannst noch so eine gute Schwimmerin sein, das Meer und das Wasser sind stärker. Die Wellen hauen dich einfach um und rauben dir dabei noch deine Kraft.

Bitte begebe dich niemals einfach alleine ohne Guide ins offene Meer, egal wie gut du schwimmen kannst. Seit immer mindestens zu zweit!

Gebt immer jemanden Bescheid, wenn du einen Ausflug planst, damit ggf. nach dir gesucht werden kann, falls etwas passierten sollte.

Sei nicht so leichtsinnig und denke zweimal nach, bevor du etwas tust.

Das offene Meer ist nicht zu unterschätzen aber gleichzeitig auch wunderschön.

Erkunde ruhig die schöne, bunte und einzigartige Unterwasserwelt aber sei immer achtsam dabei!

Falls du absolut keine Wasserratte bist, schau dir doch mal den Ausflug an Land an🙂

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2 Kommentare ansehen

  • Sasha Djo:

    Schöner Beitrag,
    Musste an so mancher Stellen Lachen.
    Dein Schreibstil gefällt mir.

    Herzliche Grüße,
    Sasha Djo
    Sound of Soul / Olympus Guitars

    • jacky:

      Vielen Dank lieber Sasha,

      selbst ich beim schreiben oftmals lachen wenn ich mich an etwas zurück erinnere:-)

      Danke für deinen Kommentar… und schön, dass dir mein Schreibstil gefällt. Er ist so wie du mich kennst; einfach normal:)

      Liebe Grüße

      Jacky